Anfrage: Große Bienenverluste in Niedersachsen – was tut die Landesregierung?

Biene

Marion / pixelio.de

 

In diesem Jahr beklagen die Imker in Südniedersachsen ungewöhnlich großesVerluste bei ihren Bienenvölkern. Im Winter ist ein Rückgang der Population von zehn Prozent die Regel. Ferner wird als weiterer Grund ein Nahrungsmangel durch die zunehmende Blütenverarmung der Landschaften durch Monokulturen gesehen. Verursacht durch den strengen Winter, den kalten Frühling und eine unzureichende Bekämpfung der Varroa-Milbe im letzten Jahr wird aktuell der Verlust ganzer Bienenvölker beklagt. Bienen werden nachweislich immer anfälliger und Massenverluste treten in immer kürzeren Abständen auf.

Die Imker sehen einen engen Zusammenhang zwischen dem Bienensterben und dem Einsatz desPestizidwirkstoffs Clothianidin, welcher für die Beizung von Maissaatgut verwendet wird. Nach einem massenhaften Bienensterben im Rheintal wurde durch das BML das Ruhen von acht Saatgutbeizmitteln mit Clothianidin und anderen bienengefährlichen Wirkstoffen angeordnet, wenige Monate später jedoch wieder freigegeben.


Bienen sind durch ihre Bestäubungsleistung für den Erhalt der Artenvielfalt unverzichtbar. Sie sind nicht nur eine Freizeitbeschäftigung oder Erwerbsgrundlage von einigen Imkern. Rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen und ein Großteil der Wildpflanzen sind auf ihre Bestäubung angewiesen. Ein Drittel der gesamten Nahrungsproduktion ist direkt davon abhängig. In Deutschland wird der ökonomische Wert der Bestäubungsleistung mit ca. 2,8 Milliarden Euro jährlich beziffert. Abgesehen vom Honig wird auch das gewonnene Wachs in vielen Bereichen eingesetzt. Ein breites Bienensterben ist also von immenser ökonomischer, wie auch ökologischer Bedeutung.

 

Ich frage die Landesregierung:

1. Inwiefern plant die Landesregierung Maßnahmen, um den Imkern in Südniedersachsen zu helfen?

2. Welche Erkenntnisse hat das Institut für Bienenkunde Celle des LAVES im Bereich Krankheitsdiagnostik im Zusammenhang mit dem Einsatz von Maissaatgut, welches mit Clothianidin behandel wurde?

3. Wie bewertet die Landesregierung die Ergebnisse einer europaweiten Studie unter Mitwirkung des Agrarökologischen Instituts der UNI Göttingen, wonach der Einsatz von Fungiziden und Insektiziden als Hauptgrund für den Rückgang der Artenvielfalt zu sehen ist?


gez. Ronald Schminke
 

2 Klicks für mehr Datenschutz!

Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert.

 

 


Kommentar schreiben

Netiquette
 

Spamschutz

Senden
 

Netiquette

Schließen
 

Unsere Internetseite soll eine Plattform für ernsthafte Diskussionen sein, bei dem Toleranz, Offenheit und Fairness zu den Grundprinzipien gehören. Wir begrüßen sachliche und konstruktive Inhalte, die zu einer angeregten Diskussion beitragen und der Meinung anderer Kommentatoren tolerant und unvoreingenommen begegnen. Wird gegen diese Grundprinzipien verstoßen, kann dies zur Löschung von Kommentaren führen.

Um bei uns zu kommentieren muss die eigene E-Mail-Adresse angegeben werden. Selbstverständlich wird diese E-Mail-Adresse nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars werden unsere Nutzungsbedingungen anerkannt.