StartAktuellNachrichtenAnfrage: Große Bienenverluste in Niedersachsen – was tut die Landesregierung?

Anfrage: Große Bienenverluste in Niedersachsen – was tut die Landesregierung?

Biene

Marion / pixelio.de

10. Juni 2010 0 Kommentare

In diesem Jahr beklagen die Imker in Südniedersachsen ungewöhnlich großesVerluste bei ihren Bienenvölkern. Im Winter ist ein Rückgang der Population von zehn Prozent die Regel. Ferner wird als weiterer Grund ein Nahrungsmangel durch die zunehmende Blütenverarmung der Landschaften durch Monokulturen gesehen. Verursacht durch den strengen Winter, den kalten Frühling und eine unzureichende Bekämpfung der Varroa-Milbe im letzten Jahr wird aktuell der Verlust ganzer Bienenvölker beklagt. Bienen werden nachweislich immer anfälliger und Massenverluste treten in immer kürzeren Abständen auf.

Die Imker sehen einen engen Zusammenhang zwischen dem Bienensterben und dem Einsatz desPestizidwirkstoffs Clothianidin, welcher für die Beizung von Maissaatgut verwendet wird. Nach einem massenhaften Bienensterben im Rheintal wurde durch das BML das Ruhen von acht Saatgutbeizmitteln mit Clothianidin und anderen bienengefährlichen Wirkstoffen angeordnet, wenige Monate später jedoch wieder freigegeben.


Bienen sind durch ihre Bestäubungsleistung für den Erhalt der Artenvielfalt unverzichtbar. Sie sind nicht nur eine Freizeitbeschäftigung oder Erwerbsgrundlage von einigen Imkern. Rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen und ein Großteil der Wildpflanzen sind auf ihre Bestäubung angewiesen. Ein Drittel der gesamten Nahrungsproduktion ist direkt davon abhängig. In Deutschland wird der ökonomische Wert der Bestäubungsleistung mit ca. 2,8 Milliarden Euro jährlich beziffert. Abgesehen vom Honig wird auch das gewonnene Wachs in vielen Bereichen eingesetzt. Ein breites Bienensterben ist also von immenser ökonomischer, wie auch ökologischer Bedeutung.

 

Ich frage die Landesregierung:

1. Inwiefern plant die Landesregierung Maßnahmen, um den Imkern in Südniedersachsen zu helfen?

2. Welche Erkenntnisse hat das Institut für Bienenkunde Celle des LAVES im Bereich Krankheitsdiagnostik im Zusammenhang mit dem Einsatz von Maissaatgut, welches mit Clothianidin behandel wurde?

3. Wie bewertet die Landesregierung die Ergebnisse einer europaweiten Studie unter Mitwirkung des Agrarökologischen Instituts der UNI Göttingen, wonach der Einsatz von Fungiziden und Insektiziden als Hauptgrund für den Rückgang der Artenvielfalt zu sehen ist?


gez. Ronald Schminke
 



 

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