Anfrage: "Lässte die Landesregierung unsere Forstleute im Stich?"
05. Mai 2010
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Angesichts schwankender Arbeitsbelastung in den Revierförstereien hat die Betriebsleitung der Niedersächsischen Landesforsten einen Workshop initiiert, um eine Weiterentwicklung der Arbeitsorganisation auf der Revierebene, eine größere Flexibilisierung des Personaleinsatzes und damit verbunden eine Verbesserung der Kostenstrukturen zu diskutieren.
Die einseitige Sichtweise des niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, nach der die Arbeitsbelastung nur am Holzeinschlag bewertet wird, ignoriert die Tatsache, dass die Arbeitsbelastung in den letzten Jahren in fast allen Revieren auch aufgrund anderer Aufgaben sehr hoch war. In Phasen mit geringerem Holzeinschlag werden die nächsten Einsätze vorbereitet. Auch werden andere Betriebsarbeiten durchgeführt und Verwaltungsvorgänge abgearbeitet. Auch diese anderen Aufgabenfelder müssen gleichermaßen bei der Berechnung der Normalbelastung einbezogen werden. Nur so kann ein der Wirklichkeit entsprechendes Bild der Arbeitsauslastung aufgezeigt werden.
Aus Sicht des Bund Deutscher Forstleute sind die innerbetrieblichen Möglichkeiten zur Delegation von Arbeitsaufgaben nur sehr begrenzt. Revierassistenten sind nicht in allen Forstämtern vorhanden oder bereits mit anderen Aufgaben betraut. Urlaubs- und Krankheitsvertretung müssen regelmäßig durch andere Revierleiter übergenommen werden, auch dies ist bei der Bewertung der Arbeitsbelastung nicht berücksichtigt worden. Qualifizierte externe Dienstleister stehen derzeit in den meisten Regionen nicht zur Verfügung. Angesichts der hohen Personalabgänge in den Landesforsten die Organisation auf externe Dienstleister aufzubauen, birgt ein kaum zu kalkulierendes Risiko da es zweifelhaft ist ob eine ausreichende Zahl an qualifizierten Dienstleistern zur Verfügung stehen. Zudem wird damit Einfluss auf die Ausbildung der Forstleute abgegeben.
Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:
1. Welche Maßnahmen ergreift die Landesregierung, um den Personalbedarf in den Landesforsten zu decken?
2. Ist aus Sicht der Landesregierung Outsourcing ein geeignetes Mittel, um die Arbeit der Landesforsten dauerhaft zu stärken und in welchen Umfang plant die Landesregierung Outsourcing vorzunehmen?
3. Wie steht die Landesregierung zu einer Übertragung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten auf die Revierassistenten?
4. Wie sehen die Möglichkeiten zur Personalentwicklung für ältere Mitarbeiter/ innen in den Landesforsten aus?
gez. Ronald Schminke MdL
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